MARTIN LINDNER Knallhart, deutlich und überaus konsequent


Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Martin Lindnerist ein gern gesehener Gast in den Talkshowsvon ARD und ZDF und dort für seine direkte Artund seine deutliche Wortwahl bekannt und geschätzt.Bevor Martin Lindner in die Bundespolitikging, war er von 2002 bis März 2009 Vorsitzenderder FDP-Fraktion im Abgeordnetenhausvon Berlin. In dieser Eigenschaft machte er bundesweit Schlagzeilen, als er vorschlug, Sozialleistungenum 30 Prozent zu kürzen, sofern arbeitsfähigeSozialleistungsempfänger angeboteneTätigkeiten ablehnen.Neben seiner Abgeordnetentätigkeit ist Lindnerals selbstständiger Rechtsanwalt in Berlin tätig.Der FDP gehört er seit 1998 an. Als Mitglieddes Schaumburger Kreises, der den liberal-konservativenWirtschaftsflügels der FDP repräsentiert,fordert er eine größere Offenheit der Gesellschaftund der Politik gegenüber neuen Technologien,was wiederum seine ständige Mitgliedschaftim Ausschuss für Wirtschaft und Technologiedes Deutschen Bundestages und seineFunktion als wirtschaftspolitischer Sprecher derFDP-Fraktion unterstreicht. Ferner ist er stellvertretendesMitglied im Petitionsausschuss und imInnenausschuss.Seit dem 10. Mai diesen Jahres ist Martin Lindnerzudem stellvertretender Vorsitzender derFDP-Bundestagsfraktion.In der Debatte über den Abschied von derKernenergie war es ein besonderes AnliegenLindners, den Eigentumsrechten der KraftwerksbetreiberGeltung dadurch zu verschaffen, indemtrotz Ausstiegsbeschluss Stromkontingente aufneuere AKWs übertragen werden können.Joachim Schäfer sprach mit Martin Lindnerüber Chancen und Risiken der Energiewende undüber die Zukunft von Schwarz-Gelb. Außerdemnahm Martin Lindner Stellung zu acht provokantenThesen.

Der Ausstieg aus der Kernenergie wird den deutschen Steuerzahlerteuer zu stehen kommen. Allein die Kosten für den Aufbau derNetze, um den Windstrom von der Nordsee in den Süden zu transportieren,werden nach Expertenmeinung einen hohen zweistelligenMilliardenbetrag kosten. Halten Sie das für vertretbar – diesauch mit Hinblick auf die Eurokrise, die hohe Staatsverschuldungund die aufziehenden dunklen Wolken am Konjunkturhimmel?
Rund 80 Prozent der Deutschen waren für einen beschleunigtenAusstieg aus der Kernenergie, wie Umfragen der verschiedenstenMeinungsforschungsinstitute ergaben. Demmusste die Bundesregierung Rechnung tragen, weil mannicht dauerhaft gegen den Willen des Volkes regieren kann.Deshalb hat die Bundesregierung einen Weg gesucht, der einenmöglichst schnellen Ausstieg aus der Kernenergie ermöglichtund gleichzeitig den wirtschaftspolitischen Realitätengerecht wird. Das heißt, wir mussten einen Weg finden,der gangbar und vor allem finanzierbar ist und der derdeutschen Wirtschaft die Chance bietet, sich mit den neuenregenerativen Energien auf dem Weltmarkt zu präsentieren.

dsmagazin 07-08/ 2011
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